Blutspecht

Dendrocopos syriacus

Ordnung deutsch: Spechtvögel

Familie deutsch: Spechte

Unterfamilie deutsch: Echte Spechte

Gattung deutsch: Buntspechte

Art deutsch: Blutspecht

Ordnung lateinisch: Piciformes

Familie lateinisch: Picidae

Unterfamilie lateinisch: Picinae

Gattung lateinisch: Dendrocopos

Art lateinisch: syriacus

Verbreitung: Osteuropa, Bulgarien, Türkei bis zum Iran.

Zugverhalten: Elterntiere sehr standorttreu auch im Winter; Jungvögel meist 100 km oder weiter von Elternrevier entfernt ansässig (hohe Mobiltät der jungen Blutspechte).

Aussehen und Unterscheidung zum Buntspecht:

Blutspecht - Dendrocopos syriacus
Blutspecht
Buntspecht - Dendrocopos major
Buntspecht

Der Blutspecht gehört zu den Echten Spechten. Sein nächster Verwandter ist der Buntspecht. Ab und an kommt es auch mal vor, dass Bunt- und Blutspecht sich verpaaren.

Gefieder und Gesichtszeichnung - Blutspecht zu Buntspecht

Die Gefiederfärbung des Blutspechts ist der des Buntspechtes sehr ähnlich. Eindeutig zu unterschieden sind Blut- und Buntspecht an der jeweiligen Gesichtszeichnung. Beim Buntspecht wird das vom Schnabel abgehende Zügelband bis zum schwarzen Nackenstreifen weitergeführt. Es entsteht ein eingefasster, weißer Wangenfleck.

Beim Blutspecht fehlt die Verbindung des Zügelstreifens mit dem Nackenstreifen. Dadurch wirkt das Gesicht des Spechts weißer und heller. Der Fachmann erkennt noch weiter, dass beim männlichen Blutspecht der rote Nackenfleck kleiner, dafür aber etwas mehr dunkelrot ist, im Gegensatz zum Buntspecht. Der weiße Fleck über dem Schnabel ist in der Regel beim Buntspecht größer als beim Blutspecht ausgebildet.

Buntspecht trägt sein Kreuz

Von hinten gesehen trägt der Blutspecht mittig ein schwarzes Längsband vom Scheitel bis zu den Flügeln. Dieses Band trägt der Buntspecht auch. Durch die Verbindung mit dem Zügelband trägt der Buntspecht ein angedeutetes Kreuz auf dem Hinterkopf, der Blutspecht, wie gesagt, nur einen Längsstreifen. Ein weiteres eindeutiges Merkmal zur Unterscheidung ist während des Fluges zu beobachten. Der Blutspecht besitzt im Gegensatz zum Buntspecht eine dunkler wirkende Schwarzpartie, die äußeren Schwanzfedern sind schwarz mit einigen weißen Tupfern. Der Buntspecht dagegen trägt fast weiße Schwanzaußenfedern.

Blutspecht - Dendrocopos syriacus
Blutspecht am Baum

Insgesamt hat sich die Ausbreitungswelle des Blutspechts stark verlangsamt, regional ist er aus zuvor besetzten Revieren wieder verschwunden. Nur in der Ukraine, Weißrussland und Polen sind weiter überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen.

Der Blutspecht - Ruf

Der Ruf des Blutspecht ist etwas weicher, nicht so durchdringend und scharf wie beim Buntspecht. Da der Laie aber meist keine Vergleichsmöglichkeiten hat, sollte er sich zunächst auf die optischen Unterscheidungsmerkmale konzentrieren.

Blutspecht bestimmen - nicht immer einfach

Beim Buntspecht ist das untere Körperende, der sogenannte Steiß, sowie die Unterseite der Schwanzfedern großflächig stark rot eingefärbt. Beim Blutspecht sind diese Federn und der Steiß blasser rot, fast rosafarben, gefärbt.

Der geübte Ornithologe erkennt natürlich sofort, um welchen Specht es sich bei der Beobachtung handelt. Ein wenig Übung braucht es da schon, denn meist sieht man den Specht nur sehr kurz, um eine Entscheidung zu treffen. Und das zufällig ein Buntspecht und ein Blutspecht nebeneinander am Stamm hocken - darauf kann man lange warten.

Verbreitung des Blutspechts

Der Blutspecht kam ursprünglich nicht in Mitteleuropa vor. Man fand ihn im Nahen Osten sowie in Teilgebieten des Mittleren Osten. Einst kam er nur in Syrien, Irak, Iran, Türkei, Israel und Libanon vor. Im Nordosten des europäischen Kontinents kam der Blutspecht dagegen nur ganz sporadisch vor. Vor etwa 100 Jahren setzte beim Blutspecht eine Habitatsausweitung in Richtung Westen ein. Über Griechenland, den Balkan, über Ungarn und das östliche Österreich erreichte er schließlich das östliche Mitteleuropa.

Der Lebensraum

Der Blutspecht meidet geschlossene, dichte Waldbestände. Parks und Gärten mit lockeren Baumbeständen, Weinberge, aber auch montane Eichenbestände sucht der Specht gerne auf. Streuobstwiesen bevorzugt der Blutspecht. Auch in Silberpappel- und Weidenbeständen (Auwald) an fließenden Gewässern ist er anzutreffen. In Asien hält er sich in Arealen mit orientalischen Platanen und Nussbäumen auf. In Israel hat die gewerbsmäßige Plantagenwirtschaft mit Obst- und Nussbäumen zur weiteren Ansiedlung und Ausbreitung des Blutspechtes geführt.