Wendehals

Jynx torquilla

Ordnung deutsch: Spechtvögel

Familie deutsch: Spechte

Unterfamilie deutsch: Wendehälse

Gattung deutsch: Wendehälse

Art deutsch: Wendehals

Ordnung lateinisch: Piciformes

Familie lateinisch: Picidae

Unterfamilie lateinisch: Jynginea

Gattung lateinisch: Jynx

Art lateinisch: torquilla

Verbreitung (Brutvogel): Spanien bis zum Ural

Zugvogel - Überwinterung südlich der Sahara in Afrika

Wendehals - Jynx torquilla
Wendehals mit Futter im Schnabel

Wendehals - der etwas andere Specht

Der Wendehals ist kein Specht im engeren Sinne. Innerhalb der Spechtefamilie zählt er zur Unterfamilie der Wendehälse. Die Menschen hier assoziieren Spechte mit einem eher scheuen, meist unauffälligen Waldvogel, der schlecht fliegen kann und an den Bäumen rumhackt zwecks Nahrungserwerb und Anfertigung einer Bruthöhle. Der Wendehals passt gar nicht so in dieses Schema. Er ist ein guter Flieger, hat einen vom "echten" Specht stark abweichenden Körperbau, und ist im Gegensatz zu den übrigen in Deutschland brütenden Spechte ein Zugvogel.

Wendehals - Aussehen

Der Wendehals ist etwas mehr als sperlingsgroß, hat aber einen etwas gestreckten Körperbau. In seinem bevozugten Lebensraum ist er durch seine braungrauen, linierten und marmorierten Federn vorzüglich getarnt. Er sieht eigentlich aus, wie ein fliegendes Stückchen Baumrinde mit zwei Beinchen dran. Die beiden Geschlechter sind gleich befiedert.

Auf dem Rücken hat der Wendehals in Längsrichtung eine dunkle Mittelfärbung. Damit täuscht der Wendehals vor, verbunden mit einer schlängelnden Körperbewegung, dass er ein sich schlängelndes Reptil wäre. Dieses Verhalten ist auch bei Jungwendehälsen zu beobachten, wenn sie sich in Gefahr wähnen. Falls der Beutegreifer auch gerne Schlangen und Reptilien vertilgt, hat diese Mimikry natürlich ihren Sinn verfehlt.

Lebensraum

Der Wendehals bevorzugt offene Landschaftsformen als Lebensraum. So ist er in Obstwiesen und -plantagen , Parks und parkähnlichen, lichten Wäldern zu Hause. Im August, spätestens im September, fliegt der Wendehals zur Überwinterung in das ferne Afrika. Ende März / Anfang April kehrt er dann in seine Brutgebiet zurück.

Wendehals - Jynx torquilla
Wendehals am Stamm

Nahrung

Der Wendehals ernährt sich überwiegend von Wiesenameisen, die ihre Nester in sonnig-warme und vor allem sandige Böden anlegen. Durch die extensive Landwirtschaft und durch Versiegelung und "Aufräumen" der Natur verringert sich das Nahrungsangebot für den Wendehals. Und wenn zu wenig Nahrung da ist, bekommt der Vogel seine Jungen nicht flügge. In Gegensatz dazu gibt es viele dieser Ameisen jetzt im häuslichen Bereich. Unter Betonplatten und Steinen im Garten, bei kurzgeschorenem Gras, fühlen sich die Ameisen recht wohl. Einige von Ihnen entdecken die Zuckerdosen in mancher Küche; es gehen dann regelrechte Ameisenstraßen durchs Haus. Dumm ist nur, dass dieser Lebensraum dem Wendehals gar nicht gut gefällt.

Wendehals - die Brut

Da der Wendehals keine eigenen Bruthöhlen herrichten kann, ist er auf natürliche Aushöhlungen in Bäumen oder auf Höhlen seiner hämmernden Kollegen angewiesen. Auch künstliche Nisthilfen werden angenommen, wenn der Lebensraum passt. Die beiden Geschlechter kommen nur zur Brut zusammen und fliegen danach wieder getrennte Wege. Die "Ehe" hält nur eine Brutsaison lang.

Blühende Obstwiese
Obstbaum am Rande der Streuobstwiese

Die Größe der Gelege beträgt in der Regel bis zu 10 Eier, es können auch mal mehr sein. Es hängt immer von dem Nahrungsangebot ab. Die Eier haben eine mattweiße Farbe und sind ca. 20mm lang. Der Wendehals schafft meist zwei Bruten je Saison. Die Nestlingszeit der Jungvögel beträgt 20 Tage. Nach dem Ausfliegen der Jungen werden diese maximal noch 14 Tage gefüttert. Danach trennen sich die Wege.